Frank Giering ist tot – Trauer um einen großen Schauspieler

Der deutsche Schauspieler Frank Giering ist im Alter von nur 38 Jahren gestorben. Eine Hommage an einen echten Könner.

Am Mittwochabend, 23. Juni 2010, verstarb Frank Giering überraschend in Berlin.

Der 1971 in Magdeburg geborene Schauspieler begann seine Karriere am Staatstheater Cottbus, bevor er fürs Fernsehen entdeckt wurde. Seit 1996 war er regelmäßig in Fernseh- und Kinoproduktionen zu sehen. Seinen Durchbruch schaffte er 1999 in der Rolle des Floyd in Sebastian Schippers „Absolute Giganten“.

Jerry Cotton, Tatort, Die Rosenzüchterin, ProSieben Märchenstunde – Frank Giering glänzte durch Vielseitigkeit

Dass Frank Giering ein Könner seines Fachs war, zeigte sich vor allem in seiner Vielseitigkeit. Obwohl bekannt als melancholisch wirkender Schauspieler mit stets traurigem Blick ließ sich Giering nie in eine Schublade stecken und versuchte sich an den unterschiedlichsten Genres. Er spielte in Jugendfilmen, Krimis, Filmen mit historischem Hintergrund und in Komödien. Und völlig unabhängig davon, was er spielte – er überzeugte immer. Dabei zeigte er Mut und scheute auch Rollen, in denen er unpopuläre und provokative Figuren zu verkörpern hatte, nicht – man denke etwa an den psychopathischen Killer in „Funny Games“.

In „Der Kriminalist“ spielte Frank Giering an der Seite von Christian Berkel

Am regelmäßigsten war Frank Giering in den letzten Jahren in der beliebten ZDF-Serie „Der Kriminalist“ zu sehen. In seiner Rolle als Kommissar Henry Weber, der als Assistent von Kommissar Bruno Schumann alias Christian Berkel im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ermittelt, dürfte er sich einmal mehr in die Herzen der Zuschauer gespielt haben.

Frank Giering – Schauspieler mit Leib und Seele

Dass Giering seine Schauspielausbildung an der HFF Potsdam und der Westfälischen Schauspielschule Bochum nicht abgeschlossen hatte, tat seinem Erfolg keinen Abbruch. Zu Recht, wie seine Fans sagen werden, denn er hatte etwas, das man nicht lernen und mit keinem Diplom belegen kann: Die große Liebe und Leidenschaft für seinen Beruf. Er spielte, weil er nicht anders konnte - Frank Giering war ein Schauspieler durch und durch, der in seinem Beruf auch immer viel von sich selbst preisgab und sich nicht um Imagefragen kümmerte.

Sehnsucht und Leidenschaft, aber auch Unsicherheit und Verlorenheit

Er war aber auch zeit seines Lebens ein unsicherer Mensch, der zurückgezogen lebte. Ein einsamer Wolf, der an sich zweifelte. Enge Freunde wie er sie in seiner eindringlichsten Rolle als Floyd in „Absolute Giganten“ hatte, gab es in seinem tatsächlichen wohl Leben nicht.

Man hatte stets den Eindruck, dass er nicht um seine große Gabe, als Schauspieler Menschen tief zu berühren, wusste. Und es hatte nie den Anschein, dass er von sich selbst und seiner Leistung überzeugt war. Dabei hätte er allen Grund zu Stolz und Freude über sein Können gehabt. Er war einer der leisesten und dabei eindringlichsten Schauspieler unseres Landes. Die Agentur Hübchen gibt auf ihrer Internetseite bekannt: „Zu unserem tiefsten Bedauern und mit schwerem Herzen müssen wir heute die traurige Nachrichten bestätigen, dass Frank Giering am 23.06.2010 verstorben ist.“ So mag es ganz Deutschland gehen – mit schwerem Herzen trauern wir um Frank Giering, einen großen Künstler und einen unserer besten Schauspieler.

Natascha Monath, Natascha Monath

Natascha Monath - Derjenige, der mit Tinte schreibt, ist nicht zu vergleichen mit demjenigen, der mit seinem Herzblut schreibt. - Khalil Gibran, ...

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