
- Lesenswert: Schwarzkittel von Harald Schneider - Andreas Morlok / pixelio.de
Mit Schwarzkittel legt der Schifferstädter Autor Harald Schneider seinen zweiten Roman aus der Palzki-Reihe vor. Schauplatz ist die Pfalz – ein nicht immer nur schöner, sondern anscheinend zuweilen auch gefährlicher Ort...
Kinderarzt auf Haßlocher Pferderennbahn ermordert?
Ein Kinderarzt wird auf der Haßlocher Pferderennbahn tot aufgefunden – an einem Baum hängend. Kurz darauf ereignet sich ein weiterer Mord, wieder an einem Kinderarzt, dieses Mal an seinem Arbeitsplatz, einer Ludwigshafener Kinderklinik. Für Kommissar Palzki steht fest: Es muss einen Zusammenhang zwischen den beiden Morden geben. Zusammen mit seinen Kollegen Gerhard Steinbeißer, Jutta Wagner und dem allgegenwärtigen Studenten und freien Journalisten Dietmar Becker findet er diesen auch schnell heraus. Sowohl in der Kinderarztpraxis des ersten Opfers als auch in der Kinderklinik wurden an Pseudo-Krupp erkrankte Kinder mit einem neuen Medikament behandelt und starben kurz darauf. Es scheint, als wäre Reiner Palzki einer größeren Sache auf der Spur.
Stress im Beruf und Eheprobleme
Palzki ist also schwer gefordert. Und als wären die Mordfälle nicht genug, hat er auch noch mit Eheproblemen zu kämpfen. Seine geliebte Ehefrau Stefanie lebt mit den beiden gemeinsamen Kindern von ihm getrennt, möchte aber einen Neuanfang wagen. Das macht Palzki natürlich glücklich, aber die aktuellen Ermittlungen lassen ihm nicht die Zeit, diesen Neuanfang gebührend vorzubereiten. Und dann kommt es auch noch zu einem Missverständnis.
Liebenswerte Figuren mit Humor und Menschlichkeit
Die Handlung von Schwarzkittel ist spannend bis zur letzten Seite, der Leser kann das Buch nicht aus der Hand legen, bis er weiß, wer für die Morde und Skandale verantwortlich ist. Aber mehr noch als die Handlung faszinieren die Figuren. Harald Schneider hat mit Reiner Palzki einen Protagonisten geschaffen, dem man sofort verfällt. Er ist völlig ungekünstelt, sehr authentisch. Etwas ungeschickt, von gesunder Nahrung nicht besonders angetan, liebevoll und urkomisch, verleiht Palzki dem Roman einen Charme, dem man sich nicht entziehen kann. Das gilt auch für die anderen Figuren des Romans: Sein Kollege und Freund Gerhard Steinbeißer sorgt mit seinen ständig wechselnden Frauengeschichten für Unterhaltung und auch den Journalisten Dietmar Becker, der immer und überall zu sein scheint, schließt man sofort ins Herz. Eine weitere wichtige Rolle kommt Palzkis Frau Stefanie zu, die ihren Mann aller Widrigkeiten zum trotz liebt und sich darum bemüht, die Ehe zu retten.
Empfehlung: Lesen, Lesen, Lesen!
Harald Schneider ist mit Schwarzkittel ein Kriminalroman von besonderer Qualität gelungen. Die Handlung und vor allem die Ausgestaltung der Figuren können nicht genug gelobt werden. Auch sprachlich lässt sich nur Positives vermelden: Der Roman liest sich leicht und flüssig, Harald Schneider schreibt flott, sehr spritzig und unterhaltsam. Die kriminalistische Handlung und auch die Eheprobleme der Palzkis werden immer wieder aufgelockert durch eine unnachahmliche Situationskomik.
Der Roman Schwarzkittel lässt sich mit einem Satz beschreiben: Er macht einfach Spaß. Ohne oberflächlich zu sein, unterhält der Krimi von der ersten bis zur letzten Seite. Dem begeisterten Krimileser sei deshalb empfohlen: Wenn Sie sich ein Buch wünschen, auf dessen Lektüre Sie sich den ganzen Tag freuen, wenn Sie mit auf Verbrecherjagd gehen wollen und wenn Sie Zeuge einer schnörkellosen, echten und anrührenden Liebensgeschichte werden wollen, dann hilft nur eines: Besorgen Sie sich Schwarzkittel, am besten noch heute.
Leseempfehlung: Schneider, Harald: Schwarzkittel. Ein Pfalz-Krimi. Gmeiner 2009. EUR 9,90.
Bildquelle: Andreas Morlok / pixelio.de
